Ein Textil sieht nach dem Pressen perfekt aus. Doch einige Stunden oder Tage später verändert sich plötzlich die Farbe des Motivs. Weisse Flächen werden rosa, gelbe Elemente verfärben sich oder helle Drucke erhalten einen unerwünschten Farbstich.

Die Ursache liegt oft nicht am Transfer selbst, sondern am Textil. Verantwortlich ist ein Phänomen, das in der Textilveredelung als Ausbluten oder Farbmigration bezeichnet wird.

Was bedeutet Ausbluten bei Polyester?

Beim Ausbluten wandern Farbstoffe aus dem Polyestergewebe in den Transfer hinein. Dieser Vorgang kann unmittelbar nach dem Pressen beginnen oder sich erst nach einiger Zeit bemerkbar machen.

Besonders betroffen sind kräftig gefärbte Polyesterstoffe wie Rot, Dunkelblau, Schwarz oder Neonfarben. Durch die Hitze der Transferpresse werden die Farbstoffe aktiviert und können in den Klebstoff oder die Druckschicht des Transfers eindringen.

Die Folge sind unerwünschte Verfärbungen des Druckmotivs.

Welche Textilien sind besonders betroffen?

Farbmigration tritt vor allem bei:

  • Sportbekleidung aus Polyester
  • Sublimierten Trikots
  • Funktionsbekleidung
  • Arbeitskleidung aus Polyester
  • Softshell-Jacken
  • Warnschutzbekleidung

Gerade sublimierte Textilien gelten als besonders kritisch, da die verwendeten Farbstoffe sehr beweglich sind.

Wie erkennt man Farbmigration?

Typische Anzeichen sind:

  • weisse Drucke werden rosa oder grau
  • gelbe Farben erhalten einen orangefarbenen Stich
  • helle Motive verfärben sich ungleichmässig
  • die Verfärbung nimmt nach einigen Stunden oder Tagen zu

Oft sehen die Transfers unmittelbar nach dem Pressen noch einwandfrei aus. Erst mit der Zeit wird die Verfärbung sichtbar.

Warum passiert das?

Polyester wird mit speziellen Dispersionsfarbstoffen eingefärbt. Diese können sich unter Hitze erneut bewegen.

Beim Aufpressen eines Transfers entstehen Temperaturen von deutlich über 100 °C. Dadurch werden die Farbstoffe im Gewebe aktiviert und können durch den Klebstoff in das Transfer wandern.

Dieser Vorgang wird als Farbmigration bezeichnet.

Wie lässt sich Ausbluten verhindern?

Entscheidend ist die Wahl des richtigen Transfers. Für Polyesterstoffe mit Farbmigrationsrisiko wurden spezielle Blocker-Transfers entwickelt.

Diese verfügen über eine Sperrschicht, welche verhindert, dass Farbstoffe aus dem Textil in den Druck eindringen.

Zusätzlich sollten immer die empfohlenen Pressparameter eingehalten werden. Zu hohe Temperaturen oder zu lange Presszeiten können das Risiko zusätzlich erhöhen.

Welche Transferlösung eignet sich für Polyester?

Tigerprinz bietet für unterschiedliche Polyestertextilien speziell entwickelte SUPACOLOUR-Transfers an.

Für viele Polyesterstoffe eignet sich SUPACOLOUR Blocker. Dieses Transfer wurde speziell entwickelt, um Farbmigration zuverlässig zu verhindern.

Für Softshell-Jacken steht zusätzlich SUPACOLOUR Soft Shell Blocker zur Verfügung, das optimal auf diese Materialien abgestimmt ist.

Dadurch bleiben auch helle Drucke dauerhaft brillant und verfärben sich nicht durch ausblutende Farbstoffe.

Fazit

Farbmigration gehört zu den häufigsten Problemen beim Bedrucken von Polyester. Wer den passenden Transfer verwendet, kann Verfärbungen zuverlässig vermeiden und dauerhaft hochwertige Ergebnisse erzielen.

Tigerprinz unterstützt Textildruckereien, Stickereien und Textilveredler dabei, für jedes Material die passende SUPACOLOUR-Transferlösung zu finden.

Text: Hanspeter Gautschin · Fachlich geprüft von Thomas Hafner, Siebdruckfachmann